Die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka hat am Donnerstag die Tennisbehörden kritisiert und ihnen vorgeworfen, ihre eigenen Interessen über das Wohl der Spieler zu stellen, inmitten einer, wie sie es nannte, "wahnsinnigen" Tennissaison. Sabalenka erklärte, sie rechne damit, in diesem Jahr Veranstaltungen auszulassen, um ihre Gesundheit zu schützen, selbst wenn dies Sanktionen von der WTA Tour zur Folge habe.
Die Kommentare der belarussischen Spielerin unterstreichen die wachsenden Bedenken unter Spitzensportlern hinsichtlich des anspruchsvollen WTA-Tour-Kalenders. Gemäß den WTA-Regeln sind Top-Spielerinnen verpflichtet, an allen vier Grand-Slam-Turnieren, 10 WTA-1000-Events und sechs WTA-500-Events teilzunehmen. Die Nichterfüllung dieser Anforderungen kann zu Strafen führen, die von Punktabzügen in der Rangliste bis hin zu Geldstrafen reichen.
"Es ist ihnen wirklich egal, was mit uns passiert", sagte Sabalenka Reportern nach einer Trainingseinheit. "Es geht nur ums Geld, und das ist alles."
Im Jahr 2025 nahm Sabalenka nur an drei WTA-500-Events teil – Brisbane, Stuttgart und Berlin. Diese Entscheidung führte zu einem Abzug von Ranglistenpunkten, wodurch sie zu mehreren hochrangigen Spielerinnen gehörte, darunter die Weltranglistenzweite Iga Swiatek, die mit ähnlichen Konsequenzen konfrontiert war. Trotz des Gewinns von vier Grand-Slam-Titeln wurde Sabalenkas Ranking vorübergehend durch die Strafen beeinträchtigt.
Auf die Frage, ob sie ihre Pläne für 2026 überdenken würde, blieb Sabalenka standhaft. "Ich würde lieber ein paar Punkte verlieren und auf meine Gesundheit achten", betonte sie. "Dieser Zeitplan ist einfach verrückt. Er ist nicht nachhaltig."
Die Debatte über die Arbeitsbelastung der Spieler ist im Tennis nicht neu. In der Vergangenheit haben Spieler Bedenken hinsichtlich der physischen und psychischen Belastung durch die Tour geäußert. In den 1980er Jahren geriet John McEnroe berühmt-berüchtigt mit Offiziellen über Terminanforderungen aneinander, und ähnliche Beschwerden sind im Laufe der Jahrzehnte von Spielern wie Serena Williams und Roger Federer zu hören gewesen.
Die WTA Tour hat noch keine offizielle Stellungnahme zu Sabalenkas Kommentaren veröffentlicht. Quellen innerhalb der Organisation deuten jedoch darauf hin, dass Gespräche über mögliche Anpassungen des Zeitplans in zukünftigen Saisons geführt werden. Die aktuelle Saison wird mit den bevorstehenden WTA-1000-Events in Rom und Madrid fortgesetzt, die zum French Open Ende Mai führen. Es bleibt abzuwarten, an welchen Veranstaltungen Sabalenka letztendlich teilnehmen wird.
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